Wenn Geist und Körper „ausgebrannt“ sindKrise zwischen Erschöpfung und Chance
Burn – out – Syndrom: eine krisenhafte Krankheit als Problem und Chance zugleich- sehen wir immer häufiger in der täglichen Praxis. Menschen mit dem Burn – out – Syndrom sind im wahrsten Sinne des Wortes ausgebrannt.
Der schleichende Weg in die Erschöpfung
Es ist ein langer Weg bis zu diesem Punkt, an dem man nicht mehr weiter kann und weiß. Natürlich gibt es Warnsignale von Körper und Geist. Der ständig hohe Pegel der Stresshormone Adrenalin und Cortisol führt über körperliche Symptome wie Ohrgeräusche, Schwindel, Herzrasen oder Druck auf der Brust, das Gefühl nicht mehr frei atmen zu können und viele andere Krankheitszeichen hin zu Konzentrationsstörungen am Tag und Schlafstörungen in der Nacht.
Mit sozialem Rückzug reagiert man auf permanenten Zeitmangel, der die Jagd durch das Tagesgeschehen diktiert. Solange sich all das ignorieren lässt, kann man noch funktionieren. Was mit geistiger Überaktivität begann, hat sich schleichend fortgesetzt, vertieft und schließlich Besitz und Macht ergriffen. Während der eine einfach umfällt, bleibt der andere eines Morgens weinend im Bett, weil die Erschöpfung übermächtig ist. Die Schlacht ist geschlagen, der Hamster im Laufrad ist fertig.
Viele Faktoren führen in diese Krankheit. Durch steigende Anforderungen, Stabilitätsverlust, Verunsicherung und zunehmende Geschwindigkeit wird der Druck auf den Menschen gesteigert und bietet den Nährboden für Überlastung, Unruhe und stressbedingte Funktionsstörungen.
Erst durch die komplette Überlastung und den Zusammenbruch wird vielen Menschen klar, dass sie etwas für sich tun müssen. Neue Wege sind erforderlich und dafür ist professionelle ärztliche Hilfe unumgänglich. Mit der Bereitschaft zur Veränderung zeigt sich auch die Chance der Krankheit.
Behandlung und Ausblick
Das Burn-out-Syndrom ist eine Krankheit unserer Zeit und hat ein beachtliches Ausmaß angenommen. In unserer ärztlichen Praxis begegnen wir den Patienten mit einem interdisziplinären Therapeutenteam, um der Vielschichtigkeit des Syndroms hinsichtlich Entstehung und Ausprägung gerecht zu werden.
Körper, Psyche und Emotion brauchen Entschleunigung, Entlastung und Stabilisierung. Darauf ist die individuelle Therapie ausgerichtet. Ins Schwarze trifft der aktuelle Rat unserer Bundeskanzlerin vor den Festtagen: „Spannen Sie aus, schöpfen Sie Kraft“.